Ist nur Gewohntes real? Oder: war dieses Weihnachten 2020 wirklich?

Dieses Weihnachten war für viele von uns anders, anders als die gewohnten Weihnachten der letzten Jahre. Doch ist ein Weihnachten ohne Omas ...



Dieses Weihnachten war für viele von uns anders, anders als die gewohnten Weihnachten der letzten Jahre. Doch ist ein Weihnachten ohne Omas Schweinebraten und Knödel, ohne Tonnen von Weihnachtskeksen und -plätzchen und ohne peinliches Schweigen nach seltsamen Geschenken von Verwandten überhaupt real? Oder ist nur das gewohnte Weihnachten ein echtes Weihnachten?

Schon David Hume hat sich mit der Bedeutung der Gewohnheit auf die persönliche Wirklichkeitskonstruktion beschäftigt. Seiner Ansicht nach basiert unsere Wirklichkeit auf den erlebten Vorstellungen und Ideen, die wir zu neuen Mustern verbinden können. In gewissen Maßen ist folglich die Gewohnheitsbildung eine Entlastung, da wir so nicht immer wieder neue Muster zusammensetzen müssen.

Doch bedeutet das nun für dieses Weihnachtsfest? Es bedeutet, dass bis jetzt diese alten Gewohnheiten unser reales Weihnachten ausgemacht haben, das war unsere Wirklichkeit. Allerdings haben wir nun neue Erfahrungen gemacht, neue Ideen mit alten Mustern verknüpft. Vielleicht hat sich deshalb dieses Weihnachten so unreal angefühlt, die neuen Erfahrungen können aber schon nächstes Weihnachten ein Teil unserer Gewohnheiten geworden sein. 

Und kann es sich nicht auch ganz gut anfühlen, die seltsame Geschenke-Gewohnheit hinter uns zu lassen?

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